Richard Melisch
Zwischen Morgenland und Abendland, bzw. Islam und Christentum, herrscht seit Ende des 7. Jahrhunderts auf drei Kontinenten ein Glaubenskrieg; seit Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich als dritter Glaubenskrieger der amerikanische Imperialismus, seit Beginn des 20. als vierter der radikale Zionismus dazugesellt.
DER NIEDERGANG EUROPAS UND DER RÖMISCHEN KIRCHE
Seit 1945 ist eine selbstständige Außen-, Finanz- und Wehrpolitik einst mächtiger europäischer Staaten auf dem Schachbrett der Weltpolitik mit freiem Auge nicht mehr wahrnehmbar, von deutscher Eigenbestimmung ganz zu schweigen. Und in Glaubensdingen hat sich die einst urbi et orbi alles überstrahlende "ecclesia militans" in einen einbahntoleranten, liberalen Debatierklub verwandelt. Parallel zum fortschreitenden Désintéressement der Kirche an der Verteidigung tausendjähriger Rechte und Privilegien in Nordafrika und der Levante, schreitet die Re-Islamisierung in den Ländern dieser einst christlichen Regionen munter voran. Auf Grund ihrer Parteinahme im Nahostkonflikt, findet die katholische Kirche "light" als politischer Machtfaktor und als moralische Instanz in der arabisch-islamischen Welt seit langem kein Gehör mehr.
Im Mai 2002 führte ich in Beirut ein Gespräch mit Nasrallah Sfeir, dem Patriarchen der Maronitischen Kirche. Er steht einer christlichen Gemeinde vor, die vor über 1500 Jahren im Libanon entstand und nach Rom ausgerichtet ist. Es ging in dem Gespräch darum, wie sich die christlichen Gemeinden in der Levante gegen die immer stärkere Ausbreitung des Islam behaupten könnten. Just in jenen Tagen geschah es, daß israelische Truppen tagelang die in der Geburtskirche Jesu zu Bethlehem verschanzten palästinensischen Kämpfer belagerten und beschossen, diese zurückschossen. Täglich und weltweit konnte man in den Medien dieses Gefecht verfolgen. Der Patriarch klagte: „Würde es sich um ein islamisches oder gar ein jüdisches Heiligtum handeln, der Aufschrei in aller Welt hätte zu einer sofortigen Einstellung des Kampfes und zur Räumung dieser heiligen Stätte geführt. Doch wie reagiert die Amtskirche ? Wie die Regierungen der sogenannten christlichen Nationen? Haben Sie von irgendeinem Protest gehört ? Man nimmt dieses Gefecht um die Geburtskirche des Heilands nicht anders zur Kenntnis, als ginge es um einen Schuppen, um eine Parkgarage!“ Und zuletzt meinte er mit Wehmut: „Die Bereitschaft Europas und Roms, irgend etwas zum Schutz und für das Überleben der Christen im Orient zu unternehmen, ist bereits so schwach, daß in wenigen Jahrzehnten im Heiligen Land, der Heimat unseres Herrn Jesus Christus, keine Christen mehr zu finden sein werden.“
WIE KAM ES ZUM AUFSTIEG UND NIEDERGANG DES ISLAM ?
Die entlang der Küste Westafrikas bis zum Indischen Ozean gereihten sogenannten arabischen Staaten haben drei gemeinsame Nenner: 1.) Die Religion des Islam, mit Ausnahme des Libanon, wo christliche Religionsgemeinschaften - noch - gleichberechtigt sind, 2.) die arabische Sprache und Schrift, 3.) die Tatsache, daß über 90 Prozent der Bevölkerung der arabischen Länder keine Araber sind.
Geschichtlich und völkerkundlich unterscheidet man vier große Wanderbewegungen von semitische Dialekte sprechenden Völkern und Stämmen, die über einen Zeitraum von vier Jahrtausenden aus dem Inneren der Arabischen Halbinsel heraus nach Norden und Westen als Eroberer oder friedliche Nomaden gezogen sind. Babylonier und Assyrer waren die ersten, es folgten die Kanaanäer und Hebräer, die Phönizier und Aramäer. Nur die vierte und letzte Wanderung im 7. Jahrhundert wird die arabische genannt. Sie gipfelt in den Eroberungen des Islam. Kulturgeschichtlich und weltpolitisch waren die Folgen dieses Dschihad gigantisch: Kaum 4000 Wüstenkriegern aus Mekka und Medina, denen der Prophet Mohamed den Befehl erteilt hatte, die grünen Fahnen zu entfalten und den wahren Glauben in der Welt zu verbreiten, gelang es in einem Zeitraum von nur 40 Jahren, die vielfach überlegenen oströmischen Armeen bei Kairo, Karthago, Jerusalem und vor Konstantinopel vernichtend zu schlagen, die persischen Panzerreiter und Bogenschützen des zoroastrischen Sassanidenreiches am Tigris in die Flucht zu jagen. Fortan bekannte sich von den Hängen des Atlas und des Kaukasus bis zum Indus, vom ersten Nil-Katarakt bis Kabul die große Mehrheit der Völker zum Islam, verneigte sich beim Gebet gen Mekka, übernahm - mit Ausnahme der Perser - die arabische Sprache und schrieb von rechts nach links. Der Elan der Araber war freilich gebrochen: Aus den kargen entvölkerten Wüsten und Oasen ließ sich kein Roß, kein Reiter mehr rekrutieren. Doch der Dschihad wurde fortgesetzt. Die Muslime, die auf der iberischen Halbinsel das Reich der arianischen Westgoten besiegten und 732 vom fränkischen Heer der Merowinger bei Tours und Poitiers geschlagen wurden, waren keine Araber, sondern zum Islam bekehrte Berber. Salah ad Din, zu deutsch Saladin, Feldherr der Muslime, der das Heer der Kreuzritter bei Hattin vernichtete, war kein Araber, sondern Kurde. Die Muslime, die im 12. bis 14. Jahrhundert den größten Teil Indiens eroberten, waren keine Araber, sondern Afghanen und Perser. Die Muslime, die 1529 und 1683 vor Wien zurückgeschlagen wurden, waren keine Araber, sondern Türken.
Erfolgreiche Gegenangriffe gelangen den christlichen Mächten nur selten: Die Kreuzzüge des 11. und 12. Jahrhunderts brachten keine nachhaltige Entlastung. Das Königreich Jerusalem konnte sich nur 80 Jahre halten. Erst die revolutionären navigatorischen, schiffsbautechnischen und artilleristischen Erfindungen portugiesischer, genuesischer und baskischer Seefahrer ermöglichten die Reconquista, die Entdeckung neuer Kontinente und Gründung der europäischen Kolonialreiche.
Nach dem Abtreten der Europäer von der weltpolitischen Bühne und dem Antreten von "God's own country" als "benevolent Empire" - ein stets Gutes bewirken wollendes Empire - zur Errichtung der gleichgeschalteten "One World", gelang es den USA nach dem 2. Weltkrieg die früheren Kolonialmächte zu beerben und in Ägypten, Marokko, Tunesien, Libyen, Jordanien, Jemen, Libanon, Irak, Iran, sowie in den Ölemiraten am Persischen Golf verläßliche Satrapen einzusetzen. Doch Zug um Zug wurden im Laufe der nächsten Jahrzehnte diese US-Vasallen im Iran von den Mullahs, in Ägypten von den putschenden Offizieren Naguib und Gamal Abdel Nasr, im Irak von Abdelkarim Qasem, in Libyen von Muammar al Gaddafi, in Algerien und Tunesien von den Marxisten Ben Bella und Bourgiba verjagt. Der palästinensische Widerstand wurde fast fünfzig Jahre lang vom Marxisten Jasser Arafat angeführt. Erst in den 80er Jahren kam es - beginnend mit der libanesischen Hisbollah - zur Rückbesinnung auf den Koran und Hinwendung der arabischen Freiheitsbewegungen zum fundamentalen Islam.
Gleichzeitig erfolgte in Israel eine ähnliche Entwicklung: Während die Gründerväter des Zionistenstaates in ihrer Mehrzahl bekennende Marxisten aus Osteuropa waren, wir erinnern uns an Ben Gurion, Golda Meir, Menachem Begin, kam es in den 80er Jahren - bedingt durch das Stocken der Zuwanderung aus dem Westen und der Masseneinwanderung von Glaubensjuden aus Ägypten, Irak, Iran, Jemen, Marokko, auch in Israel zur Hinwendung auf den religiösen Fundamentalismus. Konnte man vor dreißig, vierzig Jahren noch erleben, wie sich israelische Linke mit palästinensischen Marxisten vor laufenden Kameras die Hände schüttelten, wäre es in Zeiten eines Likud und eines Yisrael Beitanu, einer Hisbollah und einer Hamas heute undenkbar, daß sich die Herren Avigdor Lieberman oder Benjamin Netanjahu, die Herren Hassan Nasrallah oder Ismail Hanija, auch nur den kleinen Finger reichten. Dies bedeutet für uns die Erkenntnis, daß zwischen beiden Hauptkontrahenten im Nahostkonflikt kein politischer Dialog mehr geführt werden kann, weil sich dort zwei radikale Glaubensgemeinschaften gegenüberstehen, deren unabänderliche Gebote und Dogmen in den heiligen Büchern ihrer Propheten auf ewig eingemeißelt sind.
Wie unversöhnlich und radikal diese Standpunkte aufeinanderprallen, mögen die folgenden Beispiele aufzeigen:
1980 hielt Rabbi Zwi Jehuda Kook, Gründer des "Gusch Emunim" (Bund der Getreuen) in New York vor steinreichen nichtjüdischen Spendern eine Rede, aus der ich zitiere: "Wir sind Am Segula, das auserwählte Volk. Diese Auserwähltheit und Einzigartigkeit des jüdischen Volkes ist darin begründet, daß es einen Vertrag mit seinem Gott hat. Unser Gott versprach uns und unseren Nachfahren dieses Land. Er gab uns den ausdrücklichen Befehl, es zu besetzen. Würden wir dies nicht tun, so brächen wir den Vertrag und würden an Gott freveln. Über unseren Bund mit Gott können wir nicht verhandeln. Höret auf, Toleranz zu predigen und uns zu bedrängen !"
Am 14. Juli 2006 hielt Scheich Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah, unter israelischem Bombenhagel eine Fernsehansprache an seine Landsleute. Am Ende wandte er sich an die Zionisten und sagte "Den Zionisten sage ich in dieser Stunde, hört mir gut zu: Ihr habt noch immer nicht begriffen, mit wem ihr es zu tun habt, gegen wen ihr eigentlich kämpft. Ihr kämpft gegen die Anhänger Mohammeds des Propheten. Ihr führt Krieg gegen ein Volk, das so felsenfest zu seinem Glauben steht, wie sonst kein Volk auf Erden. Ihr führt einen totalen Krieg gegen eine Glaubensgemeinschaft, die stolz ist auf ihre Geschichte und Zivilisation. In den kommenden Tagen, Monaten und Jahren werden wir uns gegenüberstehen: Nur IHR UND WIR ! Salam aleikum, Friede sei mit euch, und Gott sei euch gnädig."
Zug um Zug gingen die USA und daran, ihre Kontrolle über die meisten Staaten des "Greater Middle East" durch politische und finanzielle Einflußnahme zu festigen oder mittels "preemptive strikes" (vorbeugender Überfälle), "anticipatory self defence" (angewandter vorweggenommener Notwehr) und "creative destruction" (schöpferischer Zerstörung) militärisch zu erzwingen. Es kam zur Invasion der "Schurkenstaaten" Irak, Afghanistan und Libanon. Doch weil die schimmernde Wehr der Amerikaner im irakischen Faludscha, der Israeli im Südlibanon und im Gasastreifen nur Pannen, Pech und Pleiten erlitten, blieben die als nächste Kandidaten ausersehenen "Schurkenstaaten" Iran und Syrien - zunächst - ungeschoren.
WAS VERBINDET DIE IM AUFBRUCH BEFINDLICHEN ARABISCHEN VÖLKER ?
- Der Vormarsch des radikalen Islam, der streng genommen keine Trennung von Staat und Religion zuläßt, die Einhaltung der Scharija-Gebote, die Einführung eines zinsfreien arabischen Bankensystems einfordert und jede Form demokratisch liberaler Verfassungen und Wirtschaftsordnungen ausschließt.
- Der Haß auf den heuchlerischen "Westen", insbesondere auf die Amerikaner, die Freiheit und "Democracy" predigen, jedoch mit Einsatz von Bomben, Granaten und willfähriger, bestochener Satrapen dafür sorgen, daß ihnen Rohstoffreserven ausgeliefert und Militärstützpunkte eingeräumt werden.
- Die Ablehnung des Staates Israel, der, kraft seiner selbstdefinierten göttlichen Bestimmung niemals nachlassen wird, sein Territorium auf Kosten der arabischen Staaten Syrien, Libanon, Ägypten, Palästina, Irak, bis zu den von ihren Propheten verheißenen Ufern des Nil und Euphrat auszudehnen.
- Die Einflußnahme des globalen amerikanischen Imperium, das mit Hilfe seit Jahrzehnten eingeschleuster Agenten sowie als Friedensstiftungen und Menschenrechtsorganisationen getarnter Agenturen daran arbeitet, die Bildung souveräner Staaten und Ausbreitung fundamental islamischer Bewegungen schon im Ansatz zu verhindern.
- Der im Frühjahr dieses Jahres begonnene Aufbruch von Millionen Bürgerinnen und Bürgern in allen arabischen Ländern, die nicht nur für Arbeit und Brot, sondern auch für das Idealbild von "Demokratie" auf die Straße gehen, die sie freilich als das fundamentale Recht des Volkes auf Mitbestimmung verstehen, als das Gegenteil also von der EU-ropäisch-amerikanisch verlogenen Perversion von "Democracy".
- Schließlich ihre Verbundenheit mit Millionen US-Bürgerinnen und Bürgern, die seit April dieses Jahres in Wisconsin, Michigan, South Carolina, Utah, Virginia, Kalifornien, usw., gegen den radikalen Sozialabbau protestieren und vor ihren Landesparlamenten Plakate schwenken mit der Aufschrift: "We are all Egyptians!"
KOMMT ES GAR ZUR VERBRÜDERUNG MIT DEM AMERIKANISCHEN VOLK ?
Am 17. September zogen mehrere tausend jugendliche Mitglieder der gegen das amerikanische Sozialsystem sowie die Herrschaft der Wucherer und Spekulanten aufbegehrenden Organisationen "Days of Rage", "Occupy Wall Street", "Adbusters" in die New Yorker Innenstadt und besetzten die Wall Street. 2 Monate lang wollten sie mit Protestdemonstrationen das gesamte Finanzsystem und seine undurchsichtigen Institutionen nachhaltig stören, wenn möglich blockieren, wurden aber von der New Yorker Polizei zunächst abgedrängt. Ab 6. Oktober wollen sie ihre Demonstrationen auf 14 weitere Großstädte ausdehnen.
Ein Demonstrant: "Wenn wir sehen, daß die Bosse von General Electric, Boeing, Coca Cola, deren Unternehmen im letzten Jahr keinen Cent Steuern gezahlt haben, neben Obama im 'Komitee für den Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft' sitzen, wissen wir, daß etwas faul ist." Ein zweiter: "Obama versprach uns Hoffnung und Änderung, doch nichts geschah. Jetzt möchten wir ihm zeigen, wie 's gemacht wird."
Ein dritter: "Die Wall Street ist der Ort, wo unser Geld verschwindet. Wir werden die Wucherer hier so lange belagern, bis uns jemand ernst nimmt..." Ein vierter: "Die Araber haben uns vorgemacht, wie man Bonzen stürzt. Am 6. Oktober werden wir Washington in Tunis und Kairo verwandeln". Ein fünfter, auf die Frage, ob dieser Aufstand nicht das ganze Land bedrohe: "Nicht unser Land, sondern die Verschwörer des 'New World Order' bekämpfen wir!"
Was wollen diese Jungrevolutionäre erreichen:
1.) Verbot des Einkaufens und der Anfütterung von Politikern durch die Wall Street.
2.) An Bodenschätzen des Landes dürfen sich die "bankster" nicht mehr bereichern.
3.) Die US-Regierung soll die Wall Street-Parasiten straff an die Kandare nehmen.
4.) Unser Volk darf nicht mehr für Banken haften, die "too big to fail" sind.
5.) Der Federal Reserve muß untersagt werden, unsere Zukunft zu stehlen.
BESONDERHEITEN IN DEN EINZELNEN LÄNDERN
ÄGYPTEN
Seit dem Sturz ihres willigen Vasallen Mubarrak, arbeiten die USA eifrig daran, aus den Reihen des Militärs eine zweite willfährige Junta zusammenzustellen. Doch die Zeit drängt, denn der Einfluß der "Ichwan", der Moslembrüder, die im September an den Wahlen teilnehmen werden - die übrigens auf Ende des Jahres insch' Allah verschoben wurden - ist immer fühlbarer. Schon zweimal wurden Erdgasleitungen nach Israel gesprengt. Im Februar genehmigte die Übergangsregierung - trotz schärfsten Protests aus Israel - das Passieren von zwei iranischen Kriegsschiffen durch den Suezkanal ins Mittelmeer. Die Grenzübergänge zum Gasastreifen wurden wieder geöffnet. Seit einiger Zeit verhandeln Kairo und Teheran zum Schrecken Israels über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen. Ende August ergab eine Umfrage, daß 72% der Ägypter für die Aufkündigung des Friedensvertrages mit Israel eintreten. Im September gärte es wieder in Kairo und füllte sich der Tahrirplatz (Befreiungplatz), denn bis heute sind die Forderungen des im Frühjahr protestierenden Volkes nicht erhört worden, ist von angewandter Demokratie kein Windhauch zu spüren.
An den Zitzen des 6671 Kilometer langen Nils hängen zehn von Austrocknung bedrohte afrikanische Staaten, und nun pocht auch noch das von Wassernot betroffene Israel auf 1979 mit Präsident Sadat getroffene Vereinbarungen, wonach die unter dem Suezkanal hindurch in die ausgetrocknete Sinai führende Wasserleitung bis Israel, das kein Nil-Anrainerstaat ist, verlängert werden soll. Schon drohen deshalb radikale Islamisten mit der Sperrung des Suezkanals, was unabsehbare Folgen für sämtliche erdölabhängige Industriestaaten nach ziehen würde.
AUS ZEITGRÜNDEN WERDE ICH DIE LÄNDER DES MAGHREB, LIBANON; IRAK, SAUDI ARABIEN UND DIE ÖLEMIRATE ÜBERSPRINGEN
Im westlichen MAGHREB ist die gut gerüstete AQMI, (Al Qaida Islamique du Maghreb) im Vormarsch; in TUNESIEN die islamische "An Nahda", in ALGERIEN wird das seit 50 Jahren herrschende Militär nicht umhin können, den 1992 errungenen Wahlsieg der radikal islamischen Parteien FIS und GIA anzuerkennen und neue Wahlen zuzulassen; in MAROKKO sind die Islamisten im Vormarsch. In Marrakesch, einer Hochburg der längst nicht gleichberechtigten Berber, die in einigen Regionen Nordafrikas bis zu 60 Prozent der Bevölkerung stellen, ist im Mai eine erste Bombe hochgegangen.
In LIBYEN möchten einige der schon seit vierzig Jahren benachteiligten Stämme den regierenden Gaddafi-Clan vom Futtertrog vertreiben. Die Globalisierer, die Weltfinanz und das Ölkartell wittern Morgenluft und wollen den einst als Revolutionshelden und Befreier gefeierten, jetzt lästig gewordenen Muammar al Gaddafi loswerden. Was wirft man dem "Schurken" vor ? Wie der Iraker Saddam Hussein 1993, war Gaddafi daran gegangen, die libysche Zentralbank und die Ölindustrie zu verstaatlichen und drohte, die westlichen Ölgesellschaften aus dem Lande zu jagen. Was war 2003 die erste Amtshandlung, die von den amerikanischen Besatzern in Bagdad vollzogen wurde ? Sie gingen daran, die irakische Ölindustrie, als zweites, die irakische Zentralbank zu privatisieren und dem Bankhaus JPMorgan zu unterstellen.
Was tat die US-Regierung kurz vor der Kriegserklärung an Libyen ? Sie fror libysche Guthaben in der Höhe von 30 Milliarden Dollar ein. Und was geschah im März 2011 in Benghazi ? Da vollzog eine "Übergangsregierung", die aus einem Haufen CIA-implantierter, aus dem Exil herbeigekarrter, fernsehwirksam Fähnchen schwenkender, "Democracy" grölender, untereinander hoffnungslos zerstrittener "Revolutionäre" als erste Amtshandlung die Gründung einer privaten Zentralbank, als zweite beschloß sie die Wieder-Privatisierung der libyschen Ölindustrie.
Von westlichen Medien wird jetzt ein Machmud Dschibril, Vorsitzender der Übergangsregierung in Benghasi, als demokratischer Heilsbringer angepriesen, in europäischen Hauptstädten herumgereicht und mit finanziellen Hilfszusagen überhäuft. Ein gewisser Khalifa Hiftar wird als Anführer der auf Toyota-Lieferwagen Cowboy und Indianer spielenden und herumknallenden libyschen Rebellenarmee gefeiert, der einst enger militärischer Berater von Gaddafi war. Er desertierte 1987, lebte seither in Virginia und schloß sich der CIA-finanzierten "Libyan National Front" an.
Ohne Absegnung ihrer Kampfeinsätze durch die UNO, ohne Genehmigung des amerikanischen Kongresses und EU-ropäischer Parlamente, sondern lediglich gedeckt durch einen von den USA befohlenen NATO-Einsatz, griffen - unter dem Vorwand, libysche Zivilisten schützen zu wollen - französische, britische, italienische Kampfflugzeuge mit modernstem Arsenal und praktisch ohne Gegenwehr, Stellungen der Gaddafi-treuen Regierungstruppen an. Vom ersten Tag an galt totale Nachrichtensperre, wurde den gleichgeschalteten Medien ein Maulkorb verpaßt. Die Parole lautet: WIR, die westliche "Werte"-gemeinschaft, kämpfen für Frieden und Menschenrechte, wollen das libysche Volk, ja alle arabischen Völker, von finsteren Mullahs und blutdürstigen Terroristen befreien.
Wie stets vor Edelmut triefend und Aussöhnung predigend, setzten die Welt-Sheriffs 2 Millionen Dollar für die Ergreifung des Schurken Muammar Gadhafi aus tot oder lebendig, und nun erlaubt er sich, ganz einfach zu verschwinden. Unsere gleichgeschalteten medialen Auftragskläffer berichten niemals neutral, sondern übernehmen beflissen und unüberprüft jede Meldung von Massakern der Regierungstruppen an Zivilisten und der Vergewaltigung von Tausenden Frauen auf Befehl des libyschen Herrschers, der seinen Truppen zu diesem Zweck "mehrere Container mit Viagra ähnlichen Pillen zur Verfügung stellte..." Wer sich der Mühe unterzieht, dieser unappetitlichen Geschichte arithmetisch auf den Grund zu gehen, wird mit Erstaunen fest stellen, wie viele Millionen solcher Potenzpillen in einen einzigen Container Platz hätten.
Hier ist ein Wort zum Sender "Al Jazeera" angebracht: Die Amateurwackelbilder, die er aus dem winzigen, von den USA besetzten Scheichtum Qatar täglich sendet, werden von den gleichgeschalteten westlichen Agenturen kommentarlos übernommen. Eher klettert ein Kamel auf das Minarett, als daß "Al Jazeera" neutrale Nachrichten zur politischen und militärischen Lage in der arabischen Welt verbreitet.
Was wir derzeit in Libyen und anderen arabischen Ländern erleben, ist der Versuch der Umwandlung einer traditionell islamischen Stammesgesellschaft in eine "Democracy" nach dem Muster der EU und den Plänen der Globalisierer: In Tripolis werden gehorsame Satrapen eingesetzt, Wirtschaft und Finanzen werden vom Ölkartell, dem militärisch industriellen Komplex und der Wall Street kontrolliert, Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert, das Volk soll geistig umerzogen, moralisch umgepolt, kulturell gleichgeschaltet werden: Statt Islam und Koran, Lady Gaga und Hollywood.
DIE LIBANESEN wissen seit 1948, daß der Staat Israel, soll seine Landwirtschaft nicht verdorren, seine Grenzen bis zum Litani-Fluß im Südlibanon vorschieben muß. Es ist deshalb keine Frage des ob, sondern nur des wann, Tsahal ein drittes Mal versuchen wird, in das Land der Zedern einzumarschieren, um sich den Besitz des ersehnten Gewässers zu sichern.
DIE GOLFSTAATEN
Seit hundert Jahren "herrschen" im Auftrag des britischen, danach des amerikanischen Ölkartells, in Saudi Arabien die Al Saoud, in Kuwait die Al Sabah, in Bahrain die Al Khalifa, in Qatar die Althani, in Abu Dhabi die Al Nahijan, in Dubai die Al Maktoum, in Shardscha die Al Kazmi, im Oman die Al Said, zu allen Zeiten bereit, im Gegenzug für reichhaltige Apanagen, die Rohstoffe ihrer Länder den Amerikanern auszuliefern. Zwischen 40 Prozent in Saudi Arabien, 95 Prozent in Qatar, besteht die Bevölkerung dieser Ölförderländer aus Fremdarbeitern. Die minoritären Inländer leben wie Drohnen und werden von den Herrschercliquen mittels Privilegien, Geldgeschenken und Steuerfreiheit ruhig gehalten. Die Massen von indischen, pakistanischen, ägyptischen, philippinischen Arbeitssklaven sind rechtlos. Erst im Laufe der 80er Jahre hat sich dank Zugang zu kritischen Auslandsmedien und zum Internet eine schnell wachsende junge Mittelschicht herangebildet, die sich von der pro-amerikanischen Erfüllungspolitik ihrer "reguli" distanzieren will. Gerät der von den Palästen seit bald hundert Jahren auf sie herabfließende Geldsegen ins Stocken, werden die arabischen Massen nicht zögern, diese nutzlos gewordenen Polit-Eunuchen im Namen Allahs, des Allmächtigen und Barmherzigen, zu liquidieren.
Auch die schiitische Mehrheitsbevölkerung in Bahrain und die schiitischen Minderheiten in den anderen Golfstaaten sind nicht mehr willens, noch länger auf die völlige Gleichstellung mit den Sunniten zu warten. In Bahrain hat der sunnitische Mini-Herrscher mit amerikanisch-saudischer Hilfe den Aufstand der Schiitenmehrheit von 80 Prozent in seinem Lande niedergeschlagen. Die dem religiösen Leidenskult frönenden Schiiten sind nicht mehr bereit, diesen auch im politischen Kampf zu ertragen.
KAMPF UM ÖL- UND GASRESERVEN IN DER LEVANTE
Seit Jahren ist bekannt, daß sich entlang der Küsten Israels, des Gasa-Streifens, des Libanon und Syriens eine Lagerstätte von geschätzten 3500 Milliarden Kubikmetern Gas und 1,7 Milliarden Barrels Erdöl erstreckt. Sie wird in ihrer Gesamtheit von Israel beansprucht, das die Bohrrechte der US-amerikanischen Ölgesellschaft Noble Energy übertragen hat. Die USA und die EU sind einverstanden. Wer glaubt, daß Syrien, Hamas und Hisbollah ruhig zusehen werden, glaubt an den Osterhasen!
Als Noble Energy bekanntgab, sie würde im Auftrag der Republik Zypern demnächst mit Bohrungen beginnen, kündigte der türkische Regierungschef an, die Türkei würde in derselben Zone unter dem Schutz ihrer Luftwaffe und Marine ebenfalls mit Bohrungen beginnen. Ferner drohte Erdogan Brüssel mit dem Einfrieren der Beziehungen, sollte Zypern im Juli 2012 die turnusmäßige Präsidentschaft der EU antreten.
An SYRIENS Küste unterhält Rußland den Marinestützpunkt Tartous, der Israel und der NATO als schmerzhafter Dorn tief im Fleische steckt. Seit über 40 Jahren regiert in Syrien die laizistische Baath-Partei, herrscht die Minderheit der Alaouiten über die Mehrheit von 85 Prozent Sunniten, Schiiten, Drusen und Christen. Der alauitische Assad -Clan sicherte sich vor 40 Jahren die wichtigsten Posten in der Politik, beim Militär und im Geheimdienst Mukhabarat. Klar, daß Oppositionelle aus anderen Minderheiten auch mal an den Futtertrog gelangen möchten.
Seit Monaten übernehmen westliche Fernsehsender ausschließlich Wackelbilder von "Al Jazeera", Horrormeldungen regimekritischer Agenturen, berichten von landesweit Hunderttausenden Demonstranten, deren angebliche Zahlen jeweils um zwei Nullen gekürzt werden können. Die Agentur "Novosti" reagierte mit einer Befragung zahlreicher in Damaskus lebender russischer Bürger, die ergab, daß sie von solchen Massenprotesten weder gesehen noch gehört hatten. Sie berichteten von spontanen, regierungsfreundlichen Autokonvois in der syrischen Hauptstadt und in anderen Städten. Auch die österreichische Botschafterin in Damaskus bestätigte im ORF, keinen regimefeindlichen Demonstrationen begegnet zu sein.
Wer erfährt schon aus den gleichgeschalteten Systemmedien, wer die wahren Unruhestifter sind ? Kein Wort über die von den USA finanzierte "Syrian Reform Party", deren Chef Farid el Ghadri, immerhin der erste Syrer, der in der Knesseth eine Rede halten durfte. Kein Wort über Abdelhalim Khaddam, dem ehemaligen syrischen Vizepräsidenten und einzigen Sunniten in der syrischen Regierung. 2005 wurde er wegen Korruption angeklagt und floh in den Westen, wo er im Exil dank amerikanischer Hilfe die "National Salvation Front" gründete, die jetzt zum Sturz der syrischen Regierung aufruft.
EIN PAAR WORTE ZUR TÜRKEI:
Nach dem Wahlsieg seiner AKP wurde Recep T. Erdogan im März 2003 zum Ministerpräsidenten gewählt und errang der Islam die politische Macht im Türkenstaate. Der Grund für den seither von Ankara gesteuerten Zickzackkurs zwischen Skylla und Charibdis liegt darin, daß die Türkei jetzt zwischen sechs Stühlen sitzt und seinen Platz - bisher - noch nicht gefunden hat:
- Ihre NATO-Mitgliedschaft stempelt sie in den islamischen Ländern zum schwarzen Schaf: Anläßlich seines September-Besuchs bei der UNO Generalversammlung in New York besprach er mit Obama die Errichtung eines NATO-Radarschirms in der Osttürkei und den eventuellen Kauf von US-Abwehrraketen. Bei dieser Gelegenheit wollten er auch den Präsidenten Achmedinedschad treffen, um iranische Bedenken zu zerstreuen. Der Iran hat aber bereits in Rußland wegen der Lieferung von S-300 Abwehrraketen angefragt.
- Ihre streng islamische Ausrichtung und die Androhung ihres Ministerpräsidenten, die Beziehungen zur EU einzufrieren, falls die Republik Zypern im Juli 2012 turnusmäßig den halbjährigen EU-Vorsitz antreten sollte, schafft klare Verhältnisse und schließt den EU-Beitritt der Türkei endgültig aus,
- Moskau wird seine Jahrhunderte alten Ansprüche auf einen eisfreien Hafen an den Dardanellen niemals aufgeben,
- Die Araber werden den Türken nie einen Stuhl anbieten,
- Israel wird die Türkei nie als gleichberechtigten Partner anerkennen,
- die USA, der Türken langjähriger Beschützer, brauchen jetzt selber dringend Hilfe.
PALÄSTINA UND ISRAEL
Dank ägyptischer Vermittlung einigte sich am 4. Mai die palästinensische Fatah mit der Hamas auf einen Versöhnungsvertrag, der im Mai 2012 die Abhaltung von Wahlen sowohl im Westjordanland als auch im Gasa-Streifen und Ostjerusalem vorsieht.
Als US-Präsident Obama am 19. Mai ankündigte, er werde für eine Zwei-Staaten Lösung eintreten, flog Netanjahu nach Washington und bekräftigte vor dem amerikanischen Kongreß Israels Ablehnung eines Palästinenserstaates. Gezählte 29 mal wurde seine Rede von den Abgeordneten mit "standing ovations" unterbrochen. Welche Ohrfeige für einen Präsidenten ! Diese Erfahrung scheint ihn aber schnell an die normative Kraft der faktisch in den USA herrschenden Machtverhältnisse erinnert zu haben, denn nur zwei Monate später dekretierte er urbi et urbi, er werde jedem Versuch der Palästinenser und drei Viertel aller UNO-Mitglieder, ein souveränes "Falastin" zuzulassen, sein Veto entgegensetzen.
Als am 23. September bei der Generalversammlung zu New York Machmud Abbas, Vorsitzender der Palästinensischen Autonomiebehörde, im Fernsehen live verkündete, er hätte dem Generalsekretär der UNO Ban Ki-Moon soeben den Antrag zur Aufnahme Palästinas als Vollmitglied in die Vereinten Nationen gemäß UNO-Resolutionen 242 und 338 auf Grundlage der Grenzen von 1967 mit der Hauptstadt Al Quds (Jerusalem) überreicht, erscholl aus allen palästinensischen Städten, Dörfern, Flüchtlingslagern vielhunderttausendfach der Ruf nach "194", wäre doch ihr neuer Staat das 194. Mitglied der Vereinten Nationen. Weltweit übertragen wurde auch der tosende Applaus von wohl drei Vierteln der UNO-Delegierten, der Willkommensgruß der brasilianischen Präsidentin Dilma Roussef an das Palästinensische Volk, so wie auch die im Plenum hör- und spürbare Ablehnung, die der israelische Premier Netanjahu mit seiner unversöhnlichen Rede erntete.
Zwar wurde der Traum eines Staates Palästina vorläufig auf's Eis gelegt, doch wird dieses bald schmelzen, werden die Radikalen den Nahostkonflikt gewaltig anheizen und sind deshalb weitere Kriege in der Region vorprogrammiert.
Als wollten die Zionisten Öl ins Feuer gießen, erteilte die israelische Regierung am 26.9. den Auftrag zum Bau von 1100 weiteren Wohnungen in Ostjerusalem. Am 28.9. trat der UNO-Sicherheitsrat zusammen, um über den beantragten Palästinenserstaat zu befinden. Bis zur entscheidenden Abstimmung können Monate vergehen. Für ein positives Votum in diesem Gremium benötigen die Palästinenser 9 der 15 Stimmen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben 6 bereits zugesagt, 7 noch nicht entschieden. Kolumbien will sich der Stimme enthalten.
Angesichts des drohenden Staatsbankrotts der USA drängen die Neokonservativen, der militärisch-industrielle Komplex und die Wall Street nach wohlbekannter amerikanischer Tradition einen neuen Krieg zu entfachen.
Weil der Konflikt zwischen ISRAEL und seinen ARABISCHEN NACHBARN zu einem Glaubenskrieg um unvereinbare religiöse Dogmen und Prinzipien ausgeartet ist, sind Kompromisse ausgeschlossen und ist deshalb Frieden nicht in Sicht. Die Zeit arbeitet für die Araber, die über eine Wunderwaffe verfügen, gegen die es keine Gegenwehr gibt. Sie ist keine Massenvernichtungswaffe, sondern eine Massenvervielfältigungswaffe, nämlich die Demographie. Sollte Israel seine Grenzen öffnen, würde es ethnisch, wirtschaftlich und daher auch politisch verschluckt werden. Es kann daher nur schwer bewaffnet und hochgerüstet hinter Mauern und Stacheldraht überleben, aber nur solange, als die reiche Diaspora und einige Christenstaaten beiderseits des Atlantik noch imstande und willens sind, für Israels Weiterbestehen zu zahlen.
Die Lage, in der sich ISRAEL jetzt befindet, gleicht fatalerweise dem Zustand, in dem sich das christliche Königreich Jerusalem vor 800 Jahren im selben Land befand: Ohne Hilfe des Papstes, katholischer Herrscher in Europa und reichlicher Spenden von Christen aus aller Welt, war dieser Kunststaat nicht lebensfähig. Jedes Schlachtroß, jeder Hufnagel, jedes Burgfräulein, jede Flasche Bordeaux, mußten aus dem Abendland importiert werden. Von den Zinnen ihrer Ritterburgen herab blickten Adel, Ritter und Mönche mit maßloser Überheblichkeit auf die Ungläubigen herab und dachten nicht im Traum daran, sich im Heiligen Land als friedliche Nachbarn einzubringen. Nicht anders verhalten sich die Zionisten. Das Königreich Jerusalem währte ganze 80 Jahre; der Zionistenstaat feierte heuer sein 63-jähriges Bestehen.
UND WIE STEHT ES UM UNS EUROPÄISCHE GLÜCKLICHE SKLAVEN ?
Für kommende politische Umwälzungen, militärische Auseinandersetzungen sowie allerlei Spannungen im Maghreb, Maschrek und vor allem rund um das Pulverfaß Nahost, ist also weiterhin gesorgt. Deutschland, das sich strengster Neutralität im Nahostkonflikt befleißigen sollte, hat vor wenigen Wochen das sechste U-Boot der Delfin-Klasse an Israel ausgeliefert, und Österreich entsendet 160 Hiwis zur Friedenswacht in das Land der Zedern.
Wie es scheint, ist es auf Grund des freiwilligen Abtretens der an unheilbarem Geburtenrückgang leidenden, zu keiner souveränen Außen-, Wehr-, Wirtschafts-, Finanz- und Kulturpolitik, geschweige denn zu einer heroischen Tat mehr willigen und fähigen europäischen Völker vorgezeichnet, daß wir Europide - wenn kein Wunder geschieht - unserem demographisch vorbestimmten Verlöschen genauso schicksalsergeben, passiv und tatenlos entgegenvegetieren werden, wie einstmals die letzten Tasmanier und Mohikaner auch.
Ich, für meinen Teil, meine Damen und Herren, gestehe, daß ich an dieses Wunder glaube. |